Cross-Country Lauf steht für Teamspirit

Rennen

Text: Sven, Hannah, Jonas, Björn T. // Photos: Florian Kurrasch, Papa T.

November 1, 2020

Wenig Möglichkeiten, sich zu zeigen

Unser Team hat im vergangen Jahr gemeinsam viel investiert und ist stärker geworden. Trotz der Umstände haben wir nie die Motivation verloren und uns immer Ziele (Time Trials) gesetzt, um uns zu pushen. Es war spürbar, dass jeder Lust hatte zu schauen, wie das Team und jeder einzelne in offiziellen Wettkämpfen abschneiden würde. Aber viele Möglichkeiten gab es dafür dieses Jahr nicht…

BTC runners at the starting line of a 3000m track race Laufteam Berlin
cross country lauf

“Wir konnten mit unseren eigenen Rennen zwar die Motivation hochhalten und Wettkampfstimmung simulieren, aber ein Volkslauf mit 300 Startern ist einfach nochmal was anderes.”

– Sven Rudolph

Berlins härteste Crosslaufserie

Deshalb war es umso cooler, dass die Sägerserie an drei Wochenenden im Oktober die Wettkampfatmosphäre bot, die es dieses Jahr so selten gab. Die Sägerserie, nicht weniger als die härteste Crosslaufserie Berlins und Brandenburgs, mit von Lauf zu Lauf steigenden Distanzen und einer Menge Berge im Tegeler Forst. Eine Runde durch den Tegeler Forst betrug 3,75km. Am ersten Wochenende konnte diese Runde ein, zwei oder drei Mal gelaufen werden. Die darauffolgenden Wochenenden musste dann immer eine Runde mehr gelaufen werden.

Das schöne an Crossläufen (XC-Race) ist, dass nicht die Pace oder eine persönliche Bestzeit im Vordergrund steht, sondern die Erfahrung, die Quälerei und der Schmerz. In den USA hat die Teamwertung bei solchen Rennen einen hohen Stellenwert, was natürlich dazu beiträgt, dass der Teamspirit an erster Stelle steht. Dazu kommt, dass sich XC-Races in dieser Saisonphase optimal in den Trainingsplan integrieren lassen und sie eine perfekte Abwechslung für ein gutes Kraftausdauertraining sind. Und genau aus diesen Gründen sind wir bei der Sägerserie an den Start gegangen. Die meisten sind in der Silber-Serie (3,75km / 7,5km / 11,25km) gestartet. Unser Frauen-Team-Captain Hannah wollte es aber wissen und ist in der Gold-Serie an den Start gegangen (jeweils eine Runde mehr).

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“Für mich waren die XC-Races eine komplett neue Erfahrung. Gerade deswegen habe ich mich auf diese neue Herausforderung gefreut.”

– Björn Trochim

1. Rennen 

Das erste Rennen der Serie fand am 3. Oktober bei milden 21 Grad und Sonne statt. Das Rennen bedeutete für viele nicht nur das Renn-Debüt im Jahr 2020, für Björn T. bedeutete es zusätzlich auch das erste XC-Race überhaupt und zusätzlich noch sein erstes offizielles Rennen im BTC Singlet. “Bei diesem Rennen kam so viel zusammen, weshalb ich mit einer positiven Anspannung in die Serie gestartet bin.”, erinnerte sich Björn T.

Neben ihm sind noch die beiden Serienstarter Hannah und Jonas sowie Adrian und Britta an den Start für unser Team gegangen. Das gut ausgearbeitete Hygienekonzept der Veranstalter sah vor, dass in Wellen mit 30 LäuferInnen gestartet wurde. Wir starteten in der zweiten Welle. Mit zwei Runden zu laufen, ging Hannah das Rennen etwas verhalten an und fühlte sich nach den ersten Wellen ziemlich gut, bevor sie dann von steilen “Hügeln” überrascht wurde. Umso mehr hat Hannah sich deshalb gefreut, dass sie auf ihrer zweiten Runde von Teamkollegin Laura begleitet und vorangetrieben wurde.

“Es war ein Rennen unter besonderen Bedingungen”, so Jonas, “am Ende haben wir das Beste aus dem ersten Rennen gemacht, eine schöne Aufholjagd gestartet und uns ein spannendes Duell geliefert.” Zwischen Adrian und Jonas war es bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf Rennen. Björn T. nutze das Rennen als erste Standortbestimmung nach der Saisonpause und war mehr als glücklich, dass es nur 3,75km waren, “die er trotzdem gefühlt nur im Laktat gelaufen ist”.

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2. Rennen

Beim zweiten Lauf der Sägerserie am 17. Oktober waren die Bedingungen deutlich besser als beim ersten Lauf und die meisten profitierten davon, die Runde und ihre Begebenheiten schon zu kennen. Das Wetter war angenehm kühl, der Boden trittfest und weniger sandig, da es an den Tagen vor dem Rennen geregnet hatte. Wir waren mit 9 LäuferInnen stark vertreten und den meisten erging es sehr viel besser als beim ersten Lauf.

Im zweiten Rennen kam neben dem Teilzeit-Profi Florens auch Sven dazu und war hoch motiviert, schnell zu laufen. So lief er sich einen Vorsprung heraus und pushte damit die ganze Verfolgergruppe. “Am Ende habe ich versucht noch einmal Anschluss zu gewinnen, doch Sven konnte diesmal unser stets wiederkehrendes Duell für sich entscheiden” erklärte Jonas zwinkernd. Björn T. zollte bei diesem Lauf den anstrengenden Trainingswochen Tribut und musste sich mit einem Rückstand und einer erschwerten Ausgangssituation vor dem letzten Lauf und dem Kampf um das Podest in der Silber-Serie zufriedengeben.

Auch bei den Frauen ging es heiß her: Agata gab ihr Debüt im BTC Singlet und stürmte auf den 3. Rang bei den Frauen, direkt vor Noa. Hannah konnte überraschenderweise die drei Runden im Schnitt schneller zurücklegen als die zwei Runden beim ersten Lauf. Für Nele kamen die ganzen Höhenmeter etwas unerwartet, haben aber bei ihr das Feuer entfacht, mehr Höhenmeter im Training zu absolvieren. “Hills for Breakfast” haben nun eine ganz andere Bedeutung für sie.

Es war schön zu sehen, wie viel Spaß es dem Team bereitete durch den Wald zu heizen. Die Streckenführung ermöglichte es, sich während des Laufs häufiger zu begegnen und sich gegenseitig anzufeuern. Außerdem waren mit Björn, Britta und Flo K. (Team-Fotograf) noch Unterstützung an der Strecke. Am Ende konnten wieder alle mit einem spannenden und schnellen Rennen zufrieden sein.

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3. Rennen

Vor dem dritten Lauf am 31. Oktober hatte es erheblich mehr geregnet und das herabgefallene Laub machte den Kurs deutlich rutschiger. Dennoch konnten alle an Ihre Leistungen aus den vorherigen Wochen anknüpfen und unser Team konnte sich erneut gut platzieren.

Während Hannah Ihren Gesamtsieg in der Gold-Serie “nur noch” nach Hause bringen musste, ging es zwischen Björn T. und Jonas um den 3. Platz in der Gesamtwertung der Silber-Serie. Wobei die Motivation nicht unterschiedlicher hätte sein können. Während Jonas “vor dem dritten Rennen nicht mehr sonderlich motiviert war”, hatte sich Björn T. fest vorgenommen, “die 40-Sekunden Lücke der Serienwertung zu Jonas (aka Hicham) zu schließen.” Obwohl Jonas in den vergangen Wochen nicht sonderlich viel trainiert habe, war natürlich genügend Motivation vorhanden, den herausgelaufenen Vorsprung zu verteidigen.

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Wer 40 Sekunden wettmachen will, muss mutig laufen – und das tat Björn T. Er ergriff die Initiative und legte in einem schnellen Tempo los, wissend, dass seine Stärke bei längeren Distanzen liege. Der Vorsprung wurde immer größer und es war extrem spannend. “Letzten Endes hat Jonas den Vorsprung über die drei Serienrennen verdient mit sechs Sekunden ins Ziel gebracht. Ein Hicham lässt sich einen solchen Vorsprung eben nicht nehmen.”, stellte Björn T. schmunzelnd fest. Trotz des zähen Kampfes und der Sicherung des dritten Platzes sah Jonas Björn T. als klaren Tagessieger.

“Tatsächlich ist es ihm gelungen, im letzten Rennen noch 34 Sekunden aufzuholen. Eine großartige Leistung. Am Ende sind wir beide ebenso wie Hannah stolze Finisher der härtesten Cross-Lauf-Serie weit und breit.”

– Jonas (aka Hicham aka Malek)

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Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es ein gutes Gefühl war, endlich wieder offizielle Wettkämpfe zu laufen. Die Sägerserie ist alles in allem eine wirklich gelungene Laufveranstaltung, die es erlaubt, den eigenen Trainingsfortschritt zu überprüfen und den Spaß am Laufen im Team in den Vordergrund zu stellen. Bei allen drei Läufen gab es ein starkes Teilnehmerfeld und auch unser Team war immer mit mindestens 5 LäuferInnen am Start.

Für uns geht es beim Laufen nicht nur ums Laufen, sondern um die Leidenschaft, die damit einhergeht, um den Teamspirit und den Lifestyle. Wir wollen in Berliner Rennen für Aufsehen sorgen, vor und nach dem Rennen – aber natürlich auch in den Ergebnislisten. Und es hat richtig Spaß gemacht zu sehen, dass unser Team auf Berliner Ebene definitiv nicht außer Acht zu lassen ist.

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